FahrGut - Der Blog - FahrGut Club

Direkt zum Seiteninhalt

20 Fragen und Antworten rund um Baustellen in NRW

FahrGut Club
Veröffentlicht von in StVo and more · 28 Juli 2015
1. Warum sorgen Baustellen für so viele Staus?

Baustellen sorgen für Staus, weil sie einen Eingriff in den Verkehr darstellen. In NRW fahren im Schnitt jeden Tag 60.000 Autos über die Autobahnen, über die A3 bei Köln sogar bis zu 180.000, über die A40 im Ruhrgebiet in einigen Abschnitten mehr als 100.000. Wenn eine Fahrbahn gesperrt wird, staut sich der Verkehr in diesem Bereich. Allerdings sind Baustellen nur zu weniger als 50 Prozent für Staus verantwortlich, der Rest resultiert aus Unfällen und der Überlastung der Autobahnen.

2. Warum gibt es so viele Baustellen auf unseren Straßen?

Die Straßen kommen "in die Jahre". Viele unserer Straßen sind mittlerweile 20 bis 30 Jahre alt. Bei der hohen Verkehrsbelastung ist dann der Punkt erreicht, dass die Fahrbahnbeläge saniert werden müssen. Zudem werden zurzeit zahlreiche Autobahnen verbreitert, z.B. von vier auf sechs Fahrspuren, um ihre Kapazitäten zu erweitern.

3. Warum finden im Herbst so viele Baustellen statt?

Im Herbst finden nicht mehr Baustellen statt als zu anderen Jahreszeiten. Gegen Ende des Jahres nimmt die Anzahl der Baustellen sogar ab. Allerdings staut sich der Verkehr im Herbst teilweise sehr stark im Bereich von Baustellen, weil die Autofahrer sich erst auf das wieder schlechter werdende Wetter einstellen müssen. Zudem sind die Straßen im Herbst sehr voll: Alle Pendler sind auf der Straße, keiner hat Urlaub. Das Auto wird dem Fahrrad vorgezogen, weil es regnet, oder der Pendler steigt ins Auto, um nicht bei schlechtem Wetter auf dem Bahnsteig auf den Zug zu warten.

4. Warum werden Baustellen nicht vermehrt in die Nacht verlegt?

Straßen.NRW baut sehr viel in der Nacht: Die Baustellen kürzerer Dauer auf unseren Autobahnen beispielsweise finden mittlerweile zu 32 Prozent nachts statt. Zu zehn Prozent finden die Arbeiten dort nachts im 3-Schicht-Betrieb oder am Wochenende statt. Allerdings hat die Nachtarbeit ihre Grenzen, wenn die Gefahr für Arbeiter und Autofahrer zu groß wird.

5. Warum bauen Sie nicht mehr am Wochenende?

Hier gilt ähnliches wie bei der Nachtarbeit: Arbeiten, die besonders stark in den Verkehr eingreifen wie eine Vollsperrung oder auch das Auf- und Abbauen einer Baustelle, werden bereits häufig am Wochenende erledigt. Ansonsten können große Baustellen, die sich über Monate oder Jahre hinziehen, natürlich nicht ausschließlich am Wochenende erledigt werden.

6. Wieso machen Sie "Tagesbaustellen" im morgendlichen Berufsverkehr?

Die so genannten Tagesbaustellen finden in der Regel nicht im Berufsverkehr statt, im Gegenteil: Straßen.NRW hat einen Sperrzeitenkatalog entwickelt, der verbietet, während der Rushhours morgens und abends Tagesbaustellen einzurichten. Sollte das dennoch mal der Fall sein, ist meistens "Gefahr im Verzug" wie zum Beispiel bei einem plötzlich aufgetretenen Fahrbahnschaden, der behoben werden muss.

7. Kann man Gehölzschnitt nicht nachts erledigen?

Den Gehölzschnitt nachts zu erledigen ist sehr gefährlich. Zum einen ist das Arbeiten mit Strauchwerk bei schlechten Sichtverhältnissen für die Arbeiter sehr gefährlich. Zum anderen werden solche Arbeiten, z.B. im Mittelstreifen einer Autobahn, als so genannte Wanderbaustelle durchgeführt. Nachts können sich die Autofahrer schlechter darauf einstellen.

8. Warum bauen Sie gerade in den Ferien?

In den Ferien sind weniger Autofahrer auf den Autobahnen unterwegs, also kann gerade zu dieser Zeit gut gearbeitet werden, ohne viele Staus zu produzieren. Ausgenommen davon sind natürlich die Hauptreisetage wie zu Beginn oder zum Ende der Ferien.

9. Warum koordinieren Sie die Baustellen nicht besser?

Straßen.NRW hat in seinen Niederlassungen so genannte Baustellenkoordinatoren eingestellt. Sie achten speziell darauf, dass etwa auf parallel verlaufenden Autobahnen nicht zeitgleich Baustellen zu Sperrungen führen. Die Koordinatoren kümmern sich auch darum, dass auf derselben Autobahn nicht innerhalb weniger Kilometer mehrere Baustellen eingerichtet werden.

10. Warum sprechen Sie sich nicht besser mit den anderen Behörden ab?

Kommunen, Kreise, Bezirksregierungen und andere Institutionen wie Stadtwerke, die Bahn oder auch die Umweltämter werden schon im Vorfeld von großen Baumaßnahmen eingebunden. Sie werden schriftlich informiert, häufig finden Besprechungen statt, um alle Interessen unter einen Hut zu bringen.

11. Warum sieht man auf vielen Baustellen keine Arbeiter?

Den Fall haben wir beispielsweise auf Brücken, wenn die Arbeiter gerade unterhalb der Brücke tätig sind. Denn auch dafür muss auf der Brücke in der Regel ein Fahrstreifen gesperrt werden. Oder der frisch verlegte Asphalt muss noch aushärten. Auch dann kann die Baustelle noch nicht wieder abgeräumt werden. Wir geben aber zu, dass solche Fälle manchmal noch besser kommunizieren werden könnten.

12. Kann man die Baustellen nicht kürzer abwickeln?

Das gilt nicht generell. Allerdings setzt Straßen.NRW einige einige Instrumente ein, um die Bauzeiten insbesondere auf stark belasteten Autobahnen zu verkürzen: Wenn eine Firma während des Vergabeverfahrens eine kurze Bauzeit verspricht, hat sie eine größere Chance auf den Zuschlag. Wenn eine Baumaßnahme deutlich kürzer als ursprünglich geplant abgeschlossen wird, werden unter bestimmten Voraussetzungen Vergütungen als Belohnung gezahlt.

13. Könnten durch höheren Personaleinsatz die Baustellen verkürzt werden?

Die Disposition des Personals unterliegt den Baufirmen. Straßen.NRW kann den Personaleinsatz nicht vorschreiben. Allerdings werden in den Bauverträgen unter anderem kurze Bauzeiten vereinbart, die einen optimalen Personaleinsatz der Baufirmen voraussetzen.

14. Sollte man nicht mehr über die Baustellen informieren?

Wir bauen unser Informationsangebot ständig aus: Pressemitteilungen kündigen die großen Baumaßnahmen an, viele Projekte sind mit Plänen und Skizzen extra im Internetangebot von Straßen.NRW (www.strassen.nrw.de) aufgeführt. Zudem ist eine Baustellenkartenkarte auf unserer Website zu finden, hier kann der Autofahrer genau sehen, ob auf seiner Strecke aktuell gebaut wird. Sie wird zweimal täglich aktualisiert.

15. Warum brechen Sie Baustellen nicht ab, wenn lange Staus entstehen?

Großbaustellen können nicht "mal eben" beendet werden, dafür sind Auf- und Abbau einer solchen Baustelle zu aufwändig. Bei Baustellen, die nur ein paar Stunden dauern, verfahren wir so. Wenn sich ein besonders langer Stau entwickelt, brechen wir die Baustelle ab, es sei denn, wir arbeiten dort, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Das duldet keinen Aufschub.

16. Kann man nicht öfter die Standstreifen freigeben, um Staus zu vermeiden?

Wenn der Standstreifen tragfähig genug ist, dann wird er bei Engpässen auch für den Verkehr freigegeben. Schließlich muss er als rechter Fahrstreifen vor allem die schweren LKW aushalten können. Wichtig ist dabei, wie groß der Abstand der Anschlussstellen in dem betroffenen Bereich ist. Das gefahrlose Ein- und Ausfädeln muss gewährleistet sein. Bevor eine große Baustelle eingerichtet wird, stärkt Straßen.NRW mittlerweile sogar den Standstreifen, um auch während der Bauarbeiten das Fließen des Verkehrs auf mehreren Fahrsteifen zu ermöglichen.

17. Werden die Baustellen wegen der schlechten Straßen künftig immer mehr?

Nein, eher nicht. Vor allem die Autobahnen in NRW sind in einem guten Zustand, so dass nicht übermäßig viele Sanierungsarbeiten in den kommenden Jahren zu erwarten sind.

18. Werden wir irgendwann baustellenfreie Autobahnen haben?

Nein, ein baustellenfreies Straßennetz in NRW ist unrealistisch. Die Straßen müssen regelmäßig gepflegt und zum Beispiel saniert werden. Von daher ist es vor allem unser Ziel, die Baustellen möglichst schnell abzuwickeln. Der Autofahrer soll möglichst gering beeinträchtigt werden.

19. Haben Ihre angekündigten Verbesserungen im Baustellenmanagement schon Ergebnisse gebracht?

Bislang sind unsere Erfahrungen positiv: Wir konnten mit dem Einsatz unserer neuen Instrumente in den vergangenen Jahren schon 80 Monate Bauzeit auf unseren Autobahnen einsparen.

20. Was sollte der Autofahrer in der Baustelle beachten?

Vor allem sollte der Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzung innerhalb der Baustelle einhalten. Die Zeitvorteile sind nachweislich sehr gering bei überhöhter Geschwindigkeit, zudem arbeiten in den Baustellen Menschen, die gefährdet werden. Wer sich auf dem linken Fahrstreifen innerhalb der Baustelle unsicher fühlt, sollte rechts bleiben. Ein ausreichender Sicherheitsabstand vermeidet plötzliche Bremsmanöver. So können viele Unfälle und vor allem Staus vermieden werden.

Quelle: Straßen NRW



Kein Kommentar
Zurück zum Seiteninhalt